KEKSE!!
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KiTa-Start...
oder: die wohl längste Eingewöhnung aller Zeiten

Vor einem Jahr habe ich aus fachlicher Sicht über lange Eingewöhnungen geschrieben. Zu dem Zeitpunkt ahnte ich allerdings nicht, wie lange die Eingewöhnung meiner jüngsten Tochter tatsächlich dauern würde.

Im August war es soweit. Der erste Tag in der Krippe stand mir und meinem Kind bevor.
Zu dem Zeitpunkt war sie 15 Monate alt. Sie wurde bis dato von niemandem außer ihrem Papa und mir getragen,
geschweige denn betreut. Entsprechend aufgeregt war ich.
Obwohl oder gerade weil ich als Erzieherin schon einige Eingewöhnungen begleitet habe. 

Die ersten Tage

Die KiTa war mir nicht fremd, denn meine große Tochter besuchte dort eine Kindergartengruppe. Das Krippenteam kannte ich noch nicht so gut. 

Wichtig war mir, vorab zu klären, ob und welche Stoffwindeln sie für meine Kleine
nutzen würden. Das war ganz entspannt und so freute ich mich.

Zunächst war alles super. Ich ging mit meiner Tochter in die KiTa, dort erkundete sie mit Blicken vorsichtig die neue Umgebung. Die Bezugserzieherin nahm vorsichtig Kontakt auf, drängte sich aber nicht auf.

Eingewöhnung angelehnt an das Berliner Modell

Ganz nach Plan sollte am vierten Tag eine Trennung erfolgen. Doch ich spürte, dass dies ein Rückschritt bedeuten würde. Begann meine Tochter doch so langsam, sich wohlzufühlen und die Kontaktversuche der Erzieherin anzunehmen. Also sagte ich Bescheid, dass dies frühestens folgende Woche in Frage käme. Dies wurde akzeptiert.

Die Woche darauf also ein Trennungsversuch. Mit Bauchweh und Geschrei. Nein, so sollte es nicht sein. Ich nahm meine Tochter und ging mit erklärenden Worten einerseits und tröstenden Worten für mein Kind.

Da liegt was in der Luft

Die ersten komischen Momente waren die, als ich meine Tochter in der Gruppe stillte. Für die Erzieherinnen war es merklich fremd. Vor allem die anderen Eltern wirkten irritiert und gerieten in Erklärungsnot gegenüber ihren Kindern. Für uns war es aber richtig und wichtig. Wieso sollte ich meiner Tochter gerade in dieser neuen Situation das nehmen, was ihr so viel Sicherheit gab? Dass sie unabhängig davon eine gute Esserin ist, beruhigte die Stimmung.

Einen erneuten Trennungswunsch der Erzieherinnen, weil meine Tochter draußen so schön spielte, lehnte ich ab. Ich hielt es für keine gute Idee, den ersten Moment wo meine Tochter sich freiwillig von mir löste, direkt zum Gehen zu nutzen. Nun lag deutlich Anspannung in der Luft. Ich spürte den Druck, es müsse schneller funktionieren.

Reden ist Gold!

Ein klärendes Gespräch musste also her. Wir machten klar, dass wir es nicht eilig haben. Uns (mir und meinem Mann) war ein sanfter, bindungsorientierter Weg wichtig. Wir wollten keine Fremdbetreuung, sondern dass unsere Tochter Vertrauen in Menschen fasst, mit denen sie künftig gerne ihre Zeit verbringt. Gemeinsam fanden wir eine Möglichkeit, die Eingewöhnung auszudehnen, trotz weiterer Kinder, die nachfolgend eingewöhnt wurden. Außerdem war nun klar, dass ich den Trennungszeitpunkt bestimme.

Und so war ich da. Ich sah viele Kinder kommen und Eltern gehen. Ich sah viele Tränen und tröstete meine Tochter, die sofort zu mir zurück stürmte, wenn die anderen Kinder weinten. Ich beobachtete sie still, wenn sie spielte und freute mich, wenn sie mit der Erzieherin in Kontakt war. Ich nahm sie auf den Schoß, stillte oder las ihr vor, wenn sie zu mir kam.

Abschied ohne Tränen 

Und dann ging ich, als ich merkte, sie ist sicher. Ich übergab sie auf den Arm ihrer Bezugserzieherin und war – wie versprochen – nach kürzester Zeit zurück. Die Abstände wurden ganz langsam größer. Ich wartete im Flur und konnte vertrauen, dass ich sofort geholt wurde, wenn mein Kind weinte oder nach mir fragte.

Ich nahm mir Bücher mit, daddelte am Handy und arbeitete vor Ort. Ich fuhr nach Hause, als es verlässlich mehr als eine Stunde war. Dieser Prozess zog sich über viele Wochen. Zwischendurch gab es zwei- oder dreimal den klassischen Trennungsschmerz. Ich horchte in der Garderobe und war erleichtert, als ich hörte, wie schnell sich Mini trösten ließ.

Letzter Meilenstein: Mittagsschlaf

Nach zwei Monaten blieb sie zum Mittagessen, das ging gut. Nach noch einigen Wochen mehr konnte mein Mann sie schon bringen. Sogar morgens, ganz früh mit ihrer Schwester zusammen. Noch heute mag sie es lieber, vor den anderen da zu sein und in Ruhe anzukommen. Geschlafen hatte mein Kind bisher nur beim Stillen oder Tragen. So war der Mittagsschlaf der letzte Schritt, um vollkommen in der Krippe anzukommen. Und das ging dann erstaunlich einfach. Dort schläft sie nun jeden Mittag mit den anderen Kleinen in ihrem Bettchen.

Was uns geholfen hat

Vier Monate hat unsere Eingewöhnung gedauert - vom ersten Krippentag bis zu dem ersten vollen Betreuungstag. Vier anstrengende Monate, von denen ich keine Minute bereue. Jeder Moment war es Wert, meinem Kind die benötigte Sicherheit zu geben. 

Stillen: Zuvor habe ich mein Kind monatelang gestillt. Das haben wir weitergeführt. Meist gab es direkt nach dem Abholen eine Wiedersehensfreude-Brust.
Tragen, tragen und noch mehr tragen: Nähe schaffen, um die Erkundung am Morgen und die Distanz mit Körperkontakt wieder aufzuholen war für uns beide wichtig.
Kommunikation: Noch hilfreicher wäre ein deutliches Gespräch sicherlich vorab gewesen, doch auch so war es gut, mit dem Team unsere Prioritäten zu klären.
Geduld und Zeit: Durch meine Selbstständigkeit war ich in der luxeriösen (selbstgewählten) Lage, mir meine Zeit frei einzuteilen. Das waren sehr viele lange arbeitsreiche Abende. Ich war zugegebenermaßen zwischendurch todmüde, doch keinesfalls wollte ich mein Kind drängen, um schneller mehr Zeit am Vormittag zu haben.

Vier Monate sind extrem, es ist sicher weder nötig noch möglich, immer so viel Zeit zu investieren. Für uns war dieser Weg goldrichtig.

 

Verfasst von Elena Schwarzer, Kursleiterin in Oldenburg

Kurse von Elena findet ihr bei Wickelakrack.