Zwillinge und Attachment Parenting - Wie geht das? 

Vor einigen Wochen wurden wir von einer Zwillingsmama angeschrieben - wie bedürfnisorientierte Begleitung und das Attachment Parenting mit Zwillingen vereinbar ist und es sicherlich auch für andere Zwillingseltern hilfreich sein könnte, hier ein paar Tipps zu bekommen.

Das fanden wir sehr spannend und haben hierzu Katharina gefragt, die selbst Trage- und Stillberaterin ist und eben Zwillingsmama, ob sie uns einen Artikel schreiben und zur Verfügung stellen könne.
 

Schwangerschaft:

Eine Zwillingsschwangerschaft ist in Deutschland in den meisten Fällen eine sogenannte Risikoschwangerschaft in den Augen der Gynäkologen. Wer mit Zwillingen schwanger ist, läuft noch mehr Gefahr in die Mühle der Pathologisierung zu geraten, als Frauen, die mit Einlingen schwanger sind. Das sorgenfreie „guter Hoffnung" sein wird erschwert durch viele Risiken und noch mehr mögliche Untersuchungen, vermehrte Vorsorgen und so weiter.
Es ist mit Sicherheit nicht leicht durch diesen Dschungel durchzublicken und herauszufiltern was wirklich wichtig ist, wo welche Grenzen liegen und wer aus Angst berät und wer nicht. Hier sind alle Frauen besonders im Vorteil, die schonmal unkompliziert schwanger waren. Das Bauchgefühl ist vielleicht schon erprobt und das Umgehen mit den Angeboten der Pränataldiagnostik nicht ganz neu.
Allen Erst-Schwangeren mit Zwillingen im Bauch (und den anderen natürlich auch) kann ich nur raten: sucht euch die entspanntesten und kompetentesten Fachleute die ihr finden könnt! Ihr braucht eine ruhige Hebamme mit sehr viel Erfahrung. Eine bei der ihr wirklich zur Ruhe kommen könnt, eine der ihr vertrauen könnt. Meine Hebammen waren meine Wegweiser. Ich konnte ihnen vertrauen, das sie nur dann nervös werden, wenn sie wirklich einen Grund dafür haben. Ich wusste, die begleiten mich in aller Ruhe und werden mich schon stupsen wenn es nötig ist. Dieses Vertrauen gab mir wiederum die Ruhe einfach schwanger zu sein und meinen Weg zu gehen.
Des Weiteren finde ich es wichtig einen Gynäkologen an der Hand zu haben, der eine moderne Ultraschallmethode (den Doppler) kompetent anwenden kann. Ich wusste von meiner Ärztin aus meiner ersten Schwangerschaft, das sie kompetent schallt. Einen Organultraschall zwischen der 19. und 23. SSW finde ich grade bei Zwillingen wichtig, dabei sollte mit einem Doppler auch die Versorgung der Zwillinge genau kontrolliert werden. Ich habe insgesamt drei Ultraschalls machen lassen in meiner Zwillings-Schwangerschaft, jeweils um die Versorgung der Beiden zu kontrollieren.
Insgesamt bleibt zu sagen, das man bei einer Zwillings Schwangerschaft nicht generalisieren kann. Nicht alle Zwillings-Schwangerschaften verlaufen einfach und gesund. Hier braucht man Fachleute die besonders gewissenhaft arbeiten und man sollte kleine Schritte nacheinander machen. Mir hat eine besonnene Ruhe geholfen von Vorsorge zu Vorsorge zu denken. Immer wachsam und bemüht besonders gut zu mir und meinen ungeborenen Kindern zu sein, dabei aber in aller Ruhe darauf vertrauend, das ich oder meine Hebammen schon merken werden, wenn etwas nicht stimmt.

Geburt:

Ich bin absolut dafür jede Zwillings-Schwangere in ihrem Weg zu bestärken, sich den Geburtsort auszusuchen und die Geburtsmethode, die sie sich wünscht.(Das beinhaltet auch den Wunsch nach einem Kaiserschnitt für Frauen, die sich nicht vorstellen können, Zwillinge vaginal zu entbinden)
Leider sind Kliniken heute nur noch selten routiniert darin, interventionsfreie Zwillingsgeburten zu begleiten. Man muss sich wohl bei den meisten Kliniken ein dickes Fell zulegen bevor man sich vornimmt dort vaginal und vor allem spontan Zwillinge zu entbinden.
Ich kann ehrlich wenig selbst erprobte Tips geben für das Gebären in Kliniken. Ausser: nehmt euch Vertrauenspersonen mit, die für euch im Zweifelsfall das durchsetzen was euch wichtig ist.
Es gibt Doulas die diese Aufgabe gerne übernehmen, es gibt bestimmt Beleghebammen die Zwillingsgeburten begleiten. Hausgeburts-Hebammen die Zwillingsgeburten zu Hause begleiten gibt es nur sehr sehr wenige und von deutschen Geburtshäusern, die Zwillingsgeburtsbegleitung anbieten, habe ich noch nicht gehört.
Es gibt bei der Wahl der Klinik einige Dinge die ich erfragen würde, wenn ich in der Situation wäre. Mich würde interessieren:

  • wie sieht die Routine aus bei einer Zwillingsschwangerschaft in dieser Klinik?
  • Ab wann wird wie eingeleitet?
  • Unter welchen Voraussetzungen darf ich versuchen vaginal und spontan zu entbinden?
  • Wie sieht die Überwachung in einem solchen Fall aus (Stichwort Dauer CTG, Ultraschall unter der Geburt usw)
  • Wie viel Zeit wird dem zweiten Zwilling gelassen, spontan zu kommen?
  • Welche Massnahmen werden in welcher Reihenfolge ergriffen um den zweiten Zwilling in Geburtsposition zu bekommen/die Geburt des zweiten Zwillings zu forcieren
  • Inwieweit wird das Stillen von Zwillingen unterstützt und von wem (gibt es eine kompetente Stillberaterin im Haus (wie ist die ausgebildet)? Wird routinemäßig abgepumpt/zugefüttert bei Zwillingen? Gibt es Möglichkeiten beide Babys mit im Bett zu haben um das Bonding zu fördern?)
  • Wie sieht die Kaiserschnitt - Routine bei Zwillings-Kaiserschnitten aus?
  • Und allem Voran die Grundeinstellung zum Thema Zwillinge... welcher Geist weht hier durch die Geburtsstation und die Wochenbettstation?

Insgesamt würde ich mir in jeder in Frage kommenden Klinik einen Termin bei einem Gynäkologen machen und diesen im Voraus ungeniert Löcher in den Bauch fragen. Wirklich zu allem was mir wichtig ist. Hierzu empfiehlt es sich sicherlich für alle Erst-Schwangeren sich im Internet mal nach Geburtsplänen umzuschauen und die wichtigen Fragen durchzugehen und sich eine Vorstellung davon zu machen, was man möchte und was auf keinen Fall.
Vertrauen aufbauen ist hier genauso wichtig wie bei der Vorsorge. Wenn es sich herausstellt, das man eine Klink gefunden hat, dann lohnt es sich alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Ärzte und Hebamme(n) sowie die Räumlichkeiten im Voraus kennenzulernen. Für freundlich-hartnäckige Schwangere ist da in den meisten Fällen viel mehr möglich als man im Voraus so glaubt. Ich möchte wirklich Mut machen, für das gute Gelingen der eigenen Zwillings-Geburt die Verantwortung schon früh zu übernehmen und sich selbst den Weg so gut zu bereiten, wie man kann.
Es lohnt sich!

Stillen:


Man kann Zwillinge voll stillen. Jawoll.
Das können sogar die meisten Frauen denke ich, so sie denn eine kompetente Stillförderung von Geburt der Kinder an erleben. Sich die Einstellung „das kann ich!" schon in der Schwangerschaft anzueignen schadet sicher nicht. Es gibt einige gute Informationen zum Thema „Zwillinge stillen" zb. ein Buch von der La Leche League, das man schon in der Schwangerschaft gut lesen kann.
Ich würde auch empfehlen, sich schon vor der Geburt eine Stillberaterin rauszusuchen (und ev. sogar schon zu kontaktieren) die wirklich erfahren ist mit dem Thema „Mehrlinge stillen" und hohe Kompetenzen vorzuweisen hat (ich persönlich suchte in dem Fall nach der renommiertesten IBCLC-Beraterin meiner Stadt – diese Vorgehensweise hat sich bewährt. Ich war am Ende sehr gut beraten). Denn auch wenn man ev. schon problemlos Einlinge gestillt hat: das Stillen von Zwillingen ist eine besondere Herausforderung bei der man wohl in den meisten Fällen professionelle Hilfe braucht am Anfang und dann ist es – vor allem für die besondere Situation des Wochenbetts – gut wenn man direkt weiss an wen man sich wendet.
Wie genau dann am Ende die eigene Still-Organisation bei Zwillingen aussieht, ist wohl jedem selbst überlassen. Es gibt Frauen, die immer direkt beide Kinder stillen wenn eines von beiden mag, manche stillen komplett nach Bedarf (also jedes Kind immer nur dann, wenn es auch will), es ist möglich beide Kinder gleichzeitig zu stillen, genauso wie eines nach dem Anderen. Es gibt zahlreiche Zwillings-Still-Positionen und auch unterschiedliche Zwillings-Still-Kissen die das Stillen erleichtern können. Was da für das individuelle Mama-Kind-Kind – Trio passt, muss ausprobiert werden. Auch hier möchte ich ermutigen: Zwillinge zu stillen kann genauso praktisch sein, wie nur ein Kind zu stillen. Es erfordert unter Umständen etwas mehr Durchhalte-Willen und Motivation am Anfang aber es lohnt sich in meinen Augen unbedingt!

Familienbett:

Für uns war klar, das wir uns das Leben als Familie mit kleinen Kindern nur mit einem Familienbett vorstellen können. Mein Schlaf ist mir heilig. Grade weil ich drei kleine Kinder habe. Im Familienbett schlafen ich und meine Kinder am besten, längsten, erholtesten. Ich muss mir keine Sorgen machen, dass meine Kinder zu weit weg sind, meine Kinder müssen sich keine Sorgen machen, dass ich zu weit weg bin. Im Zwillings-Fall bedeutet das: drei Fliegen mit einer Klappe!
Zum Stillen ist es einfach phänomenal. Wenn sich alles eingespielt hat, sorgte der Ammenschlaf bei mir dafür, das ich kurze Sekunden vor meinen Babies wach wurde, das jeweilige Baby an die Brust legte und weiterschlief. So haben wir vor allen in den ersten Monaten relativ problemlos im Familienbett gestillt. Anfangs hatte ich beide Babies auf einer Seite neben mir (die Seite die zur Wand ging, nicht zwischen meinem Mann und mir) . Ich hatte aus zwei Stillkissen ein Nestchen gebaut in dem sie nah beieinander lagen aber nicht übereinanderkullern konnten. Später, als die Jungs dann grösser waren, hatte ich einen links und einen rechts von mir, das war fürs nächtliche Stillen noch praktischer.
Wir hatten in der Babyzeit der Jungs ein riesiges Bett von 2,30m x 2,00m. Da passten wir zu viert/fünft wunderbar rein.
Heute, wo meine Jungs nun drei Jahre alt sind und die grosse Schwester dem Familienbett fast entwachsen ist, haben wir zwei normal grosse Doppelbetten in der Wohnung, in denen sich des Nachts die kleinen und grossen Menschen verteilen, wie es grade notwendig ist. Die Jungs mögen noch nicht alleine in kleinen Betten schlafen. Sie schlafen zusammen in einem grossen Bett im Kinderzimmer, dort begleite ich sie abends in den Schlaf. Manchmal krabbelt die grosse Schwester zum Einschlafen bei ihren Brüdern mit ins Bett, manchmal bleibe ich gleich dort liegen, manchmal schlafen die Jungs dort „alleine zusammen" durch und manchmal kriecht einer von ihnen oder beide im Laufe der Nacht bei uns grossen Leuten mit unter die Decke. Wir haben jedenfalls für alle Konstellationen genug Platz und die Prämisse gilt auch bei uns als Zwillings-Famillie: niemand muss alleine schlafen, der sich das nicht zutraut. Das Umsetzen des Familienbettes habe ich in den letzten drei Jahren als ungemein unkompliziert empfunden.

Windelfrei/Stoffwindeln mit Zwillingen:


Hierzu habe ich keine eigenen Erfahrungswerte. Bevor meine Zwillinge auf die Welt kamen, habe ich beschlossen das Thema windelfrei solange aussen vor zu lassen, bis ich die Kraft hätte, daran zu denken. Ehrlich gesagt kam dieser Punkt nicht. Die ersten zwei Jahre waren anstrengend genug. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, auch noch windelfrei zu praktizieren und noch mehr Wäscheberge durch Stoffwindeln zu produzieren. Ich denke da kommt es sehr auf die eigene Belastbarkeit und Überzeugung an. Ich kenne durchaus Zwillings-Familien die ausschliesslich Stoffwindeln nutzen oder teil-windelfrei praktizieren. Und das ganz glücklich. Es geht also mehr als man denkt.

Tragen:

Hier kann ich im Brustton der Überzeugung sagen: jede Zwillingsmama, die kein Tragetuch/keine Tragehilfe nutzt, macht sich das Leben selbst unnötig schwer. Ich hätte mir meinen Zwillings-Alltag mit den Babies kein bisschen vorstellen können ohne Tragetücher, Slings und später die Mei Tais, die ich hatte. Ich rate jeder Zwillings-Familie dazu, frühzeitig eine gute Trageberatung zu machen mit dem Ziel ein Baby gut auf den Rücken zu kriegen. Am Besten mit einer Bindeweise, die es möglich macht, gleichzeitig vorne noch das andere Baby stillen zu können. Das hat wirklich riesige Vorteile! Die Möglichkeiten des Tandem-tragens zu üben ist mit Sicherheit auch eine gute Möglichkeit.
Ich persönlich habe trotzdem forciert, das meine Kinder ihren Kinderwagen nicht hassen und dort gerne schlafen. Für mich war das essentiell in meinem Alltag und ich würde in dem Fall von Zwillingen auch nicht unbedingt dazu raten ausschliesslich Tandem-zu-tragen. Es kann für eine Mutter von Zwillingen ein unglaublicher Joker sein, mal eine Stunde lang kein Kind an sich zu haben. Es ist von der körperlichen (und unter Umständen auch der psychischen) Belastung her auch meiner Meinung nach nicht ratsam, beide Babies für alle Wege zu tragen. Wenn ich überlege wie sehr mich das Vollstillen der Zwillinge plus den dazugehörigen Schlafmangel (den nahezu jede Mutter im ersten Babyjahr hat) an Energie gekostet hat, dann hätte ich ein ausschließliches Tandem-tragen meiner zwei schweren Kinder schnell nicht mehr gepackt. So war ich froh, das sie gerne auch mal im Kinderwagen schliefen. Für den Fall das mal einer oder beide nicht mehr zufrieden waren im Kinderwagen, hatte ich immer Tragetücher oder später Tragehilfen dabei, mit denen ich ihnen schnell die Sicherheit geben konnte, die sie in dem Moment dann brauchten. Übrigens bin ich grosser Fan von durchgehenden Baby-Wannen in Kinderwägen für Zwillinge. Wir hatten einen Wagen mit durchgehender Wanne, so konnten die zwei eng zusammenliegen, was sie sichtlich genossen.

Müssen Zwillinge alleine weinen weil es einfach nicht anders geht?

Tja. Das ist eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist. Es kommt wohl sehr auf die individuellen Umstände der einzelnen Familien an denke ich.
Wenn man „nur" Zwillinge hat und keine anderen grossen Geschwister, dann hat man „nur" die Bedürfnisse der zwei Babies zu befriedigen (wenn man die der Eltern aussen vor lässt) und das ist wohl in den meisten Fällen AP-nah, liebevoll und bedürfnisorientiert möglich. Ich erinnere mich an Situationen in denen ich nicht beide Babies gleichzeitig stillen konnte oder wollte und in denen trotzdem beide geweint haben. Ganz typische stressige Abende, an denen meine Babies es schwer hatten zur Ruhe zu kommen, beide clustern wollten, ich noch schnell beide wickeln wollte vor dem Schlafen oder die grosse Schwester einkuscheln wollte oder oder oder. Und trotzdem kann man es in den meisten Fällen schaffen, das wenigstens kein Baby alleine weinen muss.
Während man das eine stillt, kann man sich das Andere neben sich auf das Sofa legen und streicheln oder es rhythmisch wiegen in der Federwiege, die neben einem hängt. Man kann singen, so dass das Baby hört das es nicht alleine ist. Man kann eines im Tragetuch auf den Rücken binden, und das andere vorne stillen. Man kann sich mit beiden zusammen ins grosse Bett legen und solange stillen bis alle ruhig werden können. Man hat viele Möglichkeiten wenn man sich frei machen kann von allgemeinen Vorstellungen. Grade in den ersten beiden Zwillings-Jahren ist nur wichtig was in der eigenen kleinen Familie hilft um Ruhe und Zufriedenheit in den Alltag zu bringen. Bei uns hat Selbstdisziplin und Struktur sehr geholfen den Alltag zu erleichtern. Abends bin ich nicht mehr ans Telefon gegangen, habe keine anderen Verabredungen getroffen, wenn ich allein mit den Kindern war, habe keine grossen Erwartungen an mich gehabt, ausser mit allen drei Kindern zur Ruhe zu kommen. Bis wir da unseren Weg gefunden hatten, hat es einige Zeit gedauert und auch das ist in Ordnung finde ich. Zwillingsmütter sind arg belastet. Lasst Milde mit euch selbst walten! Ihr gebt was ihr könnt!
Wenn ich zurück schaue, frage ich mich manchmal ob sich das wohl gelohnt hat. Wenn man sich selbst das Ziel setzt, auch Mehrlinge bedürfnisorientiert durchs Leben zu begleiten mit all dem was dazu gehört, dann ist das grade in den ersten zwei Jahren ein grosser Kraftakt. Man lässt als Mutter mitunter viele Federn, man lernt Demut.
Wenn ich heute meine Dreijährigen sehe, gibt mir das in einfachen Phasen immer wieder die Motivation so weiterzumachen, denn: ES LOHNT SICH!!!!
Eine tolle Beziehung zu meinen Kindern zu haben ist das grösste Ergebnis der harten Phasen das ich mir vorstellen kann.
Wenn ich arg erschöpft bin visualisiere ich ein Bild das mir Kraft gibt: ich mit meinen drei grossen Kindern am Tisch. Ich stelle mir vor wie sie 19 und 15 sind. Wie wir zusammen essen und wie ich sie heimlich anschaue, ihre Pickel und ihre eventuelle Verwirrtheit zu dem Zeitpunkt und froh bin darüber das wir soweit gekommen sind zusammen.
(und das beste ist: sie werden immer grösser! Mit 17 wollen sie sicher nicht mehr mit mir in einem Bett schlafen und gestillt werden sie jetzt schon nicht mehr.. die Zeit arbeitet für uns Zwillingsmütter! Wir können vertrauen....)

Es gibt doch dieses Gebet, dieses berühmte Zitat:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

Das ist die Quintessenz dessen, was ich jeder Zwillingsschwangeren raten möchte zu verinnerlichen: solange du verändern kannst, tu es! Solange du dich einsetzen kannst für eine selbstbestimmte Schwangerschaft und Geburt, setz dich ein! Solange du kämpfen kannst, für eine tolle Stillbeziehung mit deinen Zwillingen, kämpfe! Solange du Kraft hast, lasse deine Babies nicht weinen!
Und wenn der Punkt gekommen ist, an dem du nicht mehr ändern kannst, übe dich in Gelassenheit! Du wirst sie brauchen :-)

 

Katharina Kröll-Mohr,
Gesundheitswissenschaftlerin aus Berlin
im Bereich der Elternberatung, Gesundheitsförderung und Prävention tätig