Wie wichtig ist Körperkontakt?

Fast jede Schwangere ist fest davon überzeugt, dass ein Kinderwagen ein absolutes MUSS ist. Viele werdende Eltern ziehen aus ihrer gemütlichen Zwei-Zimmer-Wohnung noch schnell vor der Geburt in eine größere Wohnung mit mindestens einem Kinderzimmer. Dieses wird unglaublich liebevoll eingerichtet, ein Wickeltisch mit Wärmelampe, ein gemütlicher Sessel mit einem Stillkissen wird aufgestellt und natürlich ein hübsches, kleines Babybettchen, in dem man vielleicht sogar selbst schon gelegen hat. Dazu noch eine Bilder an der Wand und ein Mobile über dem Wickeltisch. Man bereitet sich vor…

Die Industrie hat aber noch viel mehr auf Lager.

Hier gibt es Babywippen, die mit Batteriebetrieb das Baby sanft schaukeln, kleine Geräte, die man an den Kinderwagen klipsen kann und dann rhythmisch den Wagen schaukeln, ja es gibt sogar mittlerweile Ipad-Halterungen für die Wippen. All diese Dinge sollen uns Eltern ersetzen und das Baby beruhigen.

Wie oft sieht man Eltern mit einem Kinderwagen, in dem das Baby hilflos weint. Meist wird dann nur am Wagen gewackelt oder schneller geschoben. Dies ist ein so häufig gesehenes Phänomen, dass es schon fast „normal“ zu sein scheint, das Baby nicht einfach auf den Arm zu nehmen und zu trösten. Man will ja das kleine Wesen nicht verwöhnen oder daran gewöhnen, dass man bei jedem Weinen sofort „springt“.

Man bekommt dahingehend so viele Tipps und Meinungen von den Eltern, den Schwiegereltern, dem Cousin oder der Nachbarin. Die ureigenen Instinkte werden ausgeknipst aus Angst vor der „Verwöhnfalle“. Man hat Horrorszenarien vor Augen – das im Supermarkt an der Kasse auf dem Boden liegende, fordernde, „verwöhnte“ Kind, der quengelnde Nachwuchs, der mit dem Essen wirft und nicht auf seine Eltern „hört“.

Video-Tipp

"Der meckert doch nur ..." und Das Baby soll sich selbst beruhigen

Aber wie dann? 

Hier möchten wir Euch ein wenig Informationen an die Hand geben, die Euch das Leben mit Eurem Baby einfacher machen können und sollen.

Ihr könnt ein Baby oder Kleinkind nicht verwöhnen! Euer Baby kann Euch nicht manipulieren!
Kleine Kinder und vor allem die Babys leben im JETZT. Abwägen von Ursache und deren Wirkung ist eine Fähigkeit, die sich erst zum Vorschulalter hin entwickelt. „Wenn ich Lara nicht zum Geburtstag einlade, dann lädt sich mich möglicherweise auch nicht ein“ kommt erst mit ca. 5 Jahren zum ersten Mal – frühestens!

Vorher ist es eher so: „Ich lade Lara nicht ein, Lara ist nicht meine Freundin!“ – 5 Minuten oder 1 Tag später: „Ich lade Lara zu meinem Geburtstag ein, sie ist meine beste Freundin!“

Wozu ist die Eltern-Kind-Bindung überhaupt so wichtig?

imageBindung ist KEIN Klebstoff! Die Sorge: Das gebundene Kind sitzt nur auf Mamas Schoß und wird nicht selbständig. Das Gegenteil ist der Fall.

Eine gute, stabile Bindung bedeutet, dass sich Dein Baby bei Dir sicher fühlt und sich auf Dich in allen Situationen verlassen kann. Denn nur aus der Sicherheit heraus, entdeckt ein Kind seine Umwelt.

Wenn man sich eine Schnecke vorstellt, dann wissen wir, dass die Schnecke sich in ihr Haus zurückzieht, sobald sie sich unsicher fühlt.  Fühlt sie sich aber wohl, kommt sie aus diesem Haus heraus und erkundet ihre Umwelt.

So ähnlich verhält es sich bei unseren Kindern. Fühlen sie sich sicher und sind vollgefüllt mit Zuversicht, dass Mama und oder Papa immer da sind, trauen sie sich hinaus in die Welt! Haben sie aber immer das Gefühl, dass die so dringend benötigte Sicherheit nicht da ist, kleben sioe eher am Bein der Eltern und bleiben sprichwörtlich in ihrem „Schneckenhaus“.

Was wünschen wir uns von Herzen für unsere Kinder?

Liebevolles Aufwachsen, Selbständigkeit, Selbstvertrauen, viele liebevolle Freundschaften, einen guten Schulabschluss und einen guten Job,  erfüllte Partnerschaften steht vermutlich bei den meisten Eltern auf dem Wunschzettel.

Wenn wir aber unser Kind zu früher Selbständigkeit „erziehen“ wollen, erzielen wir möglicherweise eher das Gegenteil, bzw. wird dieser Weg länger, umständlicher und schwieriger.

Wenn unsere Kinder mit Verboten und den typischen Erziehungsmethoden aufwachsen, die sich in den letzten Jahrhunderten manifestiert haben, dann sind diese eher auf Gehorsam ausgelegt.

Ein pflegeleichtes, gehorsames Kind, das sich gut abgeben lässt, wirkt im ersten Moment erstrebens- und wünschenswert. Wird dieses Kind aber wohl später die Welt verändern? Wird dieses Kind sich trauen für sich einzustehen? Nein zu sagen? Wird es ein Dichter und Denker oder gar Geschäftsführer? Wird es ein Mensch, mit dem man sich gerne umgibt, weil er den eigenen Horizont erweitert?!

Oder wird es womöglich eher ein gehorsamer Erwachsener, der für die Dichter und Denker die Zuarbeit leistet? 

Freut Euch über Eure anstrengenden Kinder!

Sie haben einen eigenen Kopf, sie haben Phantasie, Ideen und haben das Selbstbewusstsein, diese auch durchzusetzen! Nehmt ihnen diese Fähigkeiten nicht. Unterstützt sie! Es ist vielleicht manches Mal anstrengend, sehr sogar – aber Ihr leistet einen unglaublichen Beitrag für die gesunde Entwicklung Eurer Kinder zu selbstbewussten, starken Persönlichkeiten!

Ein weiterer Vorteil für die Eltern: Eine gute Eltern-Kind-Bindung sorgt auch dafür, dass Eltern durch die ausgeschütteten Hormone entspannter sind und feinfühliger auf ihr Kind eingehen können. 

Eine Win-Win-Situation! 

Und da BINDUNG im ersten Lebensjahr über Körperkontakt funktioniert, haben wir für Euch eine kleine Grafik erstellt, die verdeutlicht, wie die bindungsorientierte Elternschaft (Attachment Parenting) dies ganz einfach nebenbei „erledigt“.

Körperkontakt

 

PS: Ein Kinderwagen ist ein ganz wundervoller Einkaufswagen, ich habe meinen immer dabei. Nur das Baby liegt nicht drin ; )

Kennst Du schon unsere Einfach 20 Tage Challenge?

Probiere es einfach aus! Wie könntest Du den Körperkontakt in Deinem Alltag steigern? Berichte uns von Deinen Erfahrungen. Kommentiere unter diesem Beitrag oder besuche unsere Gruppe auf FACEBOOK.

Zusammen mit der Zeitschrift ELTERN haben wir dieses einzigartige "Experiment" gewagt und waren alle von den Ergebnissen begeistert! 

Hier gibt es den Film zur Challenge und den Artikel zum Download. 

Mach mit, probiere es aus und werde auch DU ein Teil einer neuen Bewegung! 

www.einfach20tage.de

 

BabySteps - Unser Babykurs für das erste Lebensjahr

 

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