KISS - Kopfgelenk indizierte Symmetriestörung

Ein Erfahrungsbericht - ohne zu wissenschaftlich werden zu wollen

Das KISS-Syndrom - ein schreckliches Wort für Eltern, die damit konfrontiert werden. Hört es sich im ersten Moment doch so an, als sei das eigene Kind nicht gesund, nicht in Ordnung. Es hört sich nahezu schrecklich verstörend an, dabei ist es das gar nicht.

Es handelt sich in erster Linie um eine Blockade. Und zwar im Nackenbereich.
Dies kann enorme Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung der Kinder bis in das Erwachsenenalter haben und sollte nicht unterschätzt werden.

Man muss sich das so vorstellen, dass an dieser Stelle - ähnlich wie bei einem Nadelöhr - unendlich viele Nervenbahnen zum Gehirn führen, die bei einer Verschiebung allerhand Bereiche treffen und beeinträchtigen können.

Als ich selbst das erste Mal von KISS hörte, befand ich mich in meiner Ausbildung zur Trageberaterin. Die Referentin berichtete darüber, dass wir in unserer Tätigkeit vermutlich mit vielen Babys konfrontiert sein werden, die unter diesem „Syndrom“ leiden.
Es gibt viele Anzeichen dafür, aber nur eines muss vorhanden sein, um darauf schließen zu können, dass es sich um KISS handelt.

Da wir bei den Trageberatungen mit dem Nackenbereich der Kinder arbeiten, in der Form, dass hier die Tuchbahnen das Köpfchen stützen sollen und eine straff gezogene Kante dafür unerlässlich ist, merken wir sehr schnell, ob ein Kind dort sensibel reagiert.

Betroffene Babys wehren sich vehement, schon wenn sie nur wenige Tage alt sind, gegen diese Straffheit im Nackenbereich, weil es sie schmerzt. Herzzerreißendes Weinen, Gegenwehr schon von kleinen Minibabys ist die Folge. Bei größeren Kindern stemmen sich diese massiv gegen das Tuch, begleitet von Weinen.

Welche Anzeichen gibt es noch?

  • abgeflachte Köpfe (meist die Hinterköpfe) hier können die Babys meist nur in einer Position den Kopf ohne Schmerzen halten - dieser Bereich flacht ab!
  • Lieblingsseite
  • Schiefhalten des Kopfes
  • C-Haltung (das Baby liegt wie eine Banane)
  • Überstreckung (Kopf wird weit in den Nacken gelegt)
  • Spuckbabys
  • Schreibabys 
  • Schiefe Gesichtsstellung
  • Stillschwierigkeiten

Wann sollte ich mein Kind untersuchen lassen?

  • Kaiserschnittbabys
  • Saugglocken- oder Zangengeburten
  • Beckenendlagen
  • Kristellerte Babys (der Arzt drückt von oben beim Geburtsprozess mit)
  • Pda- Geburten
  • schnelle Geburten
  • langandauernde Geburten mit Stillstand („feststecken“)
  • ...

Welche Auswirkungen kann KISS haben?

Dazu möchte ich Euch zwei ganz persönliche Geschichten erzählen.

Nachdem ich von dem KISS-Syndrom das erste Mal hörte, klingelte es nahezu in meinem Kopf, dass ein 14 jähriges Kind in meinem Verwandtenkreis möglicherweise betroffen sein könne. Viele Anzeichen deuteten darauf hin und ich möchte Euch hier seine Geschichte erzählen.

T. war 14 Jahre lang Bettnässer, konnte nicht wirklich gut frei sprechen, es wurden bei ihm Dyskalkulie und Legasthenie diagnostiziert, er ging auf eine Hauptschule und wurde dort sogar ein Mal zurückversetzt, da er nicht mithalten konnte.
Seine nur zwei Jahre ältere Schwester ging auf das Gymnasium und war immer an der Spitze des Klassendurchschnitts.

Wie T.s Leben aussah, könnt Ihr Euch vorstellen. Klassenfahrten, Übernachtungen bei Freunden? Das war schlichtweg nicht möglich. Nur mit Hormonen, die den Harndrang in der Nacht unterdrückten. Seine Eltern hatten zu dem Zeitpunkt wirklich schon alles versucht.
Schulmedizin, Heilpraktiker, stationäre und ambulante Untersuchungen, etc. Nichts hat ihm geholfen.

Als ich nun „sicher“ war, dass es sich hier um KISS handeln musste, habe ich seine Eltern darüber informiert und es wurde nach vielem hin und her Überlegen ein Termin bei Dr. Biedermann in Köln verabredet.

T. fuhr hin, sichtlich genervt und nicht daran glaubend, dass es auch nur irgend etwas ändern könne.

Tatsächlich hat es eine einzige Behandlung benötigt und T. kam als anderer Mensch aus dieser Praxis.
Er ist seit dem (es gab in der Reaktionszeit 3 Unfälle) kein Bettnässer mehr! Er konnte plötzlich frei sprechen und kommt in der Schule besser mit.
Es ist unglaublich - aber es ist wahr. Ich sehe den jungen Mann so oft und ich kann es selbst nicht fassen, wie er sich entwickelt hat.

Die zweite Geschichte ist die meiner eigenen, kleinen Babytochter

Schon als ich noch schwanger war, war mir klar, dass ich dieses Baby auf jeden Fall bei einem speziellen KISS-Spezialisten vorstellen würde. Denn ich wollte sicher sein, auch wenn sie nichts hat.
Und das können eben nur diese Fachleute.

Als P. auf die Welt kam, kam sie als Sterngucker zu uns. Also „falsch“ herum und wir hatten eine intensive Pressphase, kann ich Euch sagen. Denn anstatt des kleinstmöglichen Durchmessers für den Durchtritt durch mein Becken, hatte sich die Dame überlegt, dass sie lieber den größtmöglichen nehmen wollte.

Da die Geburt eines Babys tatsächlich oftmals der Schlüssel für KISS ist, war mir da schon klar, dass ich keine negative Diagnose erhalten würde.
Selbst meine wundervolle Hausgeburtshebamme hat mich direkt ein paar Tage nach der Geburt angesprochen, dass ich mit ihr sicherlich mal zum Fachmann müsse.

Bei meiner Tochter hat sich das KISS folgendermaßen gezeigt. Sie hat sich stark überstreckt, hatte ein schiefes Gesichtchen und hat literweise gespuckt, warum ich sie auch in den ersten Wochen ganz sicher nicht auf dem Rücken trug ;)

Wir waren mit ihr bei Dr. Biedermann in Köln und nach einigen Wochen nochmals bei Dr. Koch in Hamburg. Das Spucken hörte auf, die Schiefstellung ihres Gesichts verlor, und auch ihre Haltung ändert sich.

Ich bin so unglaublich froh, von diesem KISS erfahren und für meine Kinder die bestmöglichen Startvoraussetzungen - nämlich sicher zu sein, dass keine Blockaden vorliegen - geschaffen zu haben.

Anbei möchten wir Euch noch eine kurzen Film verlinken und Euch sagen: KISS ist nicht schlimm!!! Nur unbehandeltes KISS kann schlimm werden!!

Eure Frauke